2011
Der Kreisfeuerwehrverband Hochsauerlandkreis hat seinen diesjährigen Kreisfeuerwehrtag am 06.10.2011 im Arnsberger Sauerland Theater unter das Thema „ Deine Feuerwehr- Unsere Feuerwehr, Für ein offenes Miteinander“ gestellt.
Verbandsvorsitzender Kreisbrandmeister Martin Rickert erklärte in seiner Begrüßung im gut besuchten Sauerland Theater vor Vertretern aus Politik und Verwaltung, an der Spitze Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann und stellv. Landrat Dr. Michael Schult, sowie den Abordnungen der Feuerwehren und den Vertretern versch. Kulturvereine aus dem HSK, das auch die Feuerwehren einen Querschnitt aller Bevölkerungsgruppen darstellen müssen und das zur Erreichung dieses Ziels das gegenseitige Verstehen und die Akzeptanz der jeweiligen kulturellen Grundlagen notwendig ist.
Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann überbrachte die herzlichen Grüsse der Schirmherrin des diesjährigen Kreisfeuerwehrtages, Frau Staatssekretärin Zülfiye Kaykin, aus dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW die kurzfristig aus terminlichen Gründen verhindert war. Der Regierungspräsident erklärte weiter, dass in allen Lebensbereichen, die aus Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Wurzeln bestehen, nur ein verständnisvolles und offenes Miteinander der Schlüssel für echte und gelebte Integration ist. Mit der interkulturellen Öffnung der ehrenamtlichen Organisationen wie Feuerwehr und Hilfsorganisationen und der verstärkten Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund in die Arbeit dieser Organisationen erziele man gleich einen doppelten Effekt, in dem Integration gelebt und gleichzeitig das Ehrenamt als wichtiger Baustein unserer Gesellschaft gefördert wird. Regierungspräsident Dr. Bollermann führte weiter aus, dass die Feuerwehren im HSK mit der heutigen Veranstaltung bereits auf einem guten Weg sind. Eine Projektgruppe der Bezirksregierung Arnsberg habe den Auftrag, die Möglichkeiten der Unterstützung des Ehrenamtes durch die Bezirksregierung zu erkunden und Möglichkeiten zur Stärkung der ehrenamtlichen Strukturen zu entwickeln. So sollen alle Bevölkerungsgruppen auf die eminente Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements aufmerksam gemacht werden, denn ohne das Ehrenamt wären zahlreiche Angebote und Aktivitäten, von denen wir alle profitieren, nicht denkbar und das Gemeinwesen wäre spürbar ärmer.
Stellv. Landrat Dr. M. Schult betonte in seinem Grußwort, dass der flächengrößte Kreis in NRW ein effizientes, modernes und von allen Kulturen getragenes Feuerschutzwesen benötigt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es notwendig, dass alle aufeinander zugehen, damit auch zukünftig die personelle Ausstattung der 135 Löschzüge und –gruppen im HSK gewährleistet werden kann und das die Qualität des freiwillig geleisteten Feuerwehrwesens abhängig seien wird von der Akzeptanz und vom Mitmachen der verschiedenen Kulturen.
Im Anschluss an die Grußworte führte Frau Ayla Pilli, freie Mitarbeiterin des WDR Siegen, durch das weitere Programm des Abends.
In zwei Referaten erläuterten HBM Michael Thissen, vom Verband der Feuerwehren NRW- VdF NRW-, einmal die Entstehung des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes in Deutschland in den letzten rd. 200 Jahren und Kreisbrandmeister Bernd Schneider, stellv. Vorsitzender des VdF, wie freiwillige Feuerwehr heute funktioniert. In einem weiteren Referat zeigte der Arnsberger Bürgermeister Hans-Josef Vogel am Beispiel der Stadt Arnsberg und der feuerwehr Arnsberg Wege und Möglichkeiten auf, wie Barrieren zwischen den Kulturen überwunden und persönliche Potentiale auf der Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft zur Entfaltung gebracht werden können. Mit der Aussage „Nur durch eine Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten zur Kooperation kann es gelingen, die neuen Herausforderungen zu meistern“ nahm Bürgermeister Vogel ein Zitat von Peter Senger auf um das zukünftig notwendige Handeln auf einen kurzen Nenner zu bringen.
Zwischen den interessanten und informativen Referaten traten eine türkische und tamilische Tanzgruppe sowie eine portugiesische Musik- und Tanzgruppe auf, die den Abend mit Musik und Folkloretänzen aus ihren Heimatländern auflockerten.
In zwei von Frau Pilli geführten Diskussionsrunden, die mit Vertretern aus der Türkei, Griechenland, Italien, Portugal und Marrokko international besetzt waren, wurden Statements zu den Fragen „Wie sehen andere Kulturen die Feuerwehr“ und „Wie können Akzeptanzen der nationalen Kulturen erreicht werden“ vorgetragen. Es zeigte sich in allen Aussagen, dass das ehrenamtliche Feuerwehrwesen wie es in Deutschland üblich ist, in den anderen Kulturen und Ländern relativ unbekannt ist und wenn als ein geschlossener deutscher Kreis angesehen wird. Von allen Seiten wurde das aktive aufeinander Zugehen beider Seiten und die Kantaktaufnahme und persönliche Gespräche mit der jeweils anderen Seite als der wichtigste Weg zu einem zukünftigen Miteinander angesehen. Die Vertreter der verschiedenen Nationalitäten in den beiden Diskussionsrunden hoben hervor, dass der Kreisfeuerwehrtag eine wichtige und richtige Veranstaltung war und das so ein erster Kontakt mit vielen versch. Kulturvereinen hergestellt werden konnte. Auf diesem Weg müsse nun in den Städten und Gemeinden im HSK weiter gemacht werden.
Zum Abschluss des Kreisfeuerwehrtages dankte Verbandsvorsitzender Martin Rickert allen Teilnehmern, insbesondere aber den Mitwirkenden der beiden Diskussionsrunden und den Tanzgruppen die mit Ihren Darbietungen die Veranstaltung sehr viel bunter gestaltet haben für ihre Mitwirkung und lud alle noch zum Gedankenaustausch und zu Gesprächen in das Foyer des Sauerland Theaters ein. Sein Dank galt auch der Stadt Arnsberg und der Feuerwehr Arnsberg, deren vielfältige Kontakte zu den versch. Kulturvereinen in der Stadt Arnsberg, bei der Vorbereitung und Organisation des Kreisfeuerwehrtages sehr hilfreich waren. Im Foyer boten versch. Kulturvereine noch landestypische Köstlichkeiten und Snacks zum probieren an, wovon die Teilnehmer des Kreisfeuerwehrtages auch regen Gebrauch machten.