Arbeitskreis Seelsorge
Psycho-Soziale Unterstützung (PSU) als Einsatzmittel der Feuerwehr im Hochsauerlandkreis
Die Einsatznachsorge erfolgt nur durch speziell geschulte PSU-Teams nach außergewöhnlichen Einsätzen. Bei PSU handelt es sich ebenso um ein Einsatzmittel der Feuerwehr wie z. B. bei einem Löschgruppenfahrzeug. Ein PSU-Team sollte bei Bedarf kurzfristig durch die Einsatzleitung angefordert werden.
Das Team arbeitet zusammen mit:
- Medizinern, Theologen, Psychologen (psychologischen Fachkräften)
- Einsatzkräften (Peers) der Feuerwehr und des Rettungsdienstes
Natürlich stehen wir mit anderen PSU-Teams aus Nordrhein-Westfalen und der Feuerwehrunfallkasse in Verbindung.
Was sind außergewöhnliche Einsätze?
- Tod/Suizid/schwere Verletzungen - "So etwas habe ich noch nicht gesehen!"
- Tod von Kindern - "Warum musste dieses Kind sterben?"
- Todesangst/Angst vor eigener Gefährdung - "Ich habe gedacht, jetzt ist alles aus!"
- Bezug zur eigenen Biographie - "Ich musste meinen Vater reanimieren!"
- Eigene Identifikation mit dem Opfer - "Der Verletzte/Tote war mein Nachbar!"
- Große Anzahl von Verletzten und Toten - "Ich wusste nicht, wem soll ich zuerst helfen?"
Wann soll ich ein PSU-Team anfordern?
Ein Team kann direkt nach einem Einsatz angefordert werden, um aufzuzeigen, welche Belastungen in den nächsten Tagen auftreten können.
Warum soll ich ein PSU-Team anfordern?
Das Nachsorge-Team war selbst nicht an dem Einsatz beteiligt, es hat keinerlei eigene Betroffenheit. Die Mitglieder sind zum Teil selbst Einsatzkräfte, die eine hohe Praxisanbindung haben.
Wie arbeitet das PSU-Team?
Die Gespräche werden nach einer anerkannten praxisorientierten Methode aus Amerika (nach Mitchell) geführt. Es handelt sich nicht um eine Einsatzkritik!
Inzwischen ist diese Methode bundesweit Standard für Einsatznachsorge geworden. Das PSU-Team HSK ist mit Teams aus anderen Städten bei größeren Schadensfällen kompatibel.
Es handelt sich nicht um eine Therapie! Wenn diese erforderlich sein sollte, wird an Fachkräfte (Mediziner, Psychologen) weiterverwiesen.
Ziele der Einsatznachsorge:
- Reduzierung von Belastungsreaktionen
- Neuorientierung und Blickfelderweiterung
- evtl. Verhinderung von posttraumatischen Belastungsstörungen
Beispiele für akute Belastungsreaktionen:
- Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Magenbeschwerden, erhöhter Blutdruck, Schwindel, Atemnot, ....
- Konzentrationsprobleme, Sprachschwierigkeiten, eingeengtes Wahrnehmungsfeld, ....
- Angst, Verzweifelung, Niedergeschlagenheit, Aggression, Erschöpfung, ....
Beispiele für spätere Belastungsreaktionen:
- still werden oder viel reden
- Appetitlosigkeit oder großer Hunger
- veränderter Konsum von Nikotin/Alkohol
- sich aufdrängende Bilder, Gerüche, Geräusche
- Vermeidungsverhalten
- Schlaflosigkeit
- Schwierigkeiten in Familie und Beruf
Kontakt:
Die Alarmierung erfolgt durch die Leitstelle des Hochsauerlandkreises.
Ansprechpartner:
Hans-Joachim Bexkens, Fachberater Seelsorge, Winterberg
Willi Geißler, Peers, PSU, Freiwillige Feuerwehr Sundern (Vorsitzender des AK Seelsorge)
E-Mail:
willi.geissler@t-online.de
Telefon: 02935/4837
Bernd Brieden, Peers, PSU, Freiwillige Feuerwehr Medebach
Wir suchen noch weitere Interessenten, die sich für mit uns in der Psycho-Sozialen Unterstützung engagieren wollen. Unser Ziel ist es, in jeder Kommune des Hochsauerlandkreises eine ausgebildete PSU-Kraft als Ansprechpartner zu haben.
Psycho-Soziale Unterstützung - von Kollegen, für Kollegen:
- keine Sprüche
- keine falsche Scham
- ehrlich
- aufrichtig
- verstehend
- helfend
- unterstützend
- begleitend
Natürlich stehen wir auch betreuend vor, während und nach dem Einsatz zur Verfügung!
Gerne stehen die Mitglieder des Arbeitskreises Seelsorge bzw. PSU für einen Vortrag oder Informationsabend in den Feuerwehreinheiten zur Verfügung. Auch bei der Tm-Ausbildung können die Kameraden im Rahmen der Ausbildung eingesetzt werden. Der Kontakt wird in diesen Fällen über Willi Geißler hergestellt (Kontaktdaten siehe oben).
weitere Informationen unter:
http://www.psu-nrw.de